Gerne möchte ich mich kurz zur aktuellen Debatte rund um das Thema „Wie viele Ends sollen an internationalen Curlingturnieren absolviert werden?“ äussern. Die bekannten Vorteile eines Acht-End-Spiels sind die kürzere Spieldauer, welche die Chance für eine TV-Übertragung erhöht, die einfachere, spielerfreundlichere Turnierplanung für die Organisatoren und die Vermeidung defensiver und damit für die Zuschauer unattraktiver Ends, welche oft zur Zeitersparnis, respektive Zeitgewinnung, eingelegt werden. Trotz dieser Vorteile favorisiere ich persönlich das Festhalten an zehn Ends. Im Folgenden möchte ich nicht nur die Vorteile, sondern vielmehr auch die Bedingungen für einen erfolgreicheren Zehn-End-Spielmodus kurz erläutern.

Die Möglichkeit, einen zu Beginn eingefahrenen grösseren Rückstand (und damit eine vermeintliche Niederlage) dank „Reinknien“ und Kampfgeist wieder wettmachen zu können, ist bei zehn Ends klar erhöht. Eine solche erfolgreiche Aufholjagd erfordert eine psychische, aber natürlich auch eine physische Topleistung der Athleten. Genau diese physische Leistung, welche den Curlingsport in den vergangenen Jahren deutlich attraktiver gemacht hat, sollte, meines Erachtens, ihre zentrale Rolle beibehalten.

In einem Zehn-End-Spiel gewinnt diese Komponente klar an Bedeutung. Die Attraktivität des Curlingsports ist jedoch nicht nur abhängig von den spielerischen Elementen und der Anzahl an Ends, sondern auch von den Spielvorgaben. So müsste, meiner Meinung nach, die Free-Guard-Regel auf sechs Steine erhöht werden, so dass die Gefahr eines rein defensiven/langweiligen Ends weiter minimiert werden kann.

Zusätzlich müsste die Thinking-Time pro End festgelegt und allenfalls erhöht werden, so dass mit einem defensiv gespielten End keine Zeitkompensation erfolgen kann.

Für die Fernsehübertragungen rege ich an, ein weiteres Coaching-Time-Out einzuführen, so dass spannende taktische Gespräche zwischen Team und Coach LIVE von den Zuschauern mitverfolgt werden können. Erfolgreiche TV-Sportarten schaffen es nämlich, einen direkteren Draht zwischen den Athleten und den Zuschauern zu schaffen.

Wie auch immer die Entscheidung zwischen Acht- oder Zehn-End-Spielen ausfallen mag, die letztgenannten Denkanstösse könnten auf jeden Fall zur weiteren Attraktivität des Curlingsportes beitragen.

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